Einführung #
Als „Meister ihres Fachs“ sind Handwerksunternehmen häufig alle Mitarbeitern und die Geschäftsführung aktiv ins betriebliche Tagesgeschäft eingebunden. So bleibt wenig Kapazität für organisatorische und betriebswirtschaftliche Aspekte der Unternehmensführung . Entsprechend erlangen die Bereiche „Organisation“ und „Controlling“ häufig nicht die angemessene Bedeutung und unternehmerische Entscheidungen werden „aus dem Bauch heraus“ getroffen, statt auf Grundlage von verlässlichen Daten.
- Unter Organisation versteht man die Gestaltung des Betriebs nach sinnvollen Ordnungsprinzipien: Knowhow und Funktionen werden in Einheiten (Abteilungen, Gruppen, …) konzentriert, um die anfallende Arbeit möglichst effektiv und effizient zu bearbeiten.
- Das Controlling hingegen ermittelt und überwacht wichtige Kenngrößen und -zahlen aus allen betriebswirtschaftlichen Bereichen. Damit lassen sich einerseits die Ursachen für Defizite herausstellen, andererseits aber auch die Stärken des Betriebes beleuchten.
Im Themenbereich “Energieeffizienz” spielen dann insbesondere das Energiecontrolling und Aspekte wie Energiebeschaffung, Lastmanagement sowie das Monitoring eine zentrale Rolle – nicht zu unterschätzen sind dabei aber auch die Punkte Nutzerverhalten und Mitarbeitermotivation. Standardisierte Managementsysteme zur Verbesserung der betrieblichen Organisation und Ressourcennutzung sind in diesem Kontext ebenfalls von grundlegender Bedeutung.
Energiebeschaffung #
Von Zeit zu Zeit ist eine Überprüfung der bestehenden Lieferbedingungen des bzw. der betrieblich relevanten Energieversorger/s unbedingt empfehlenswert. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes hat sich insbesondere die Anzahl der Strom- und Gas-Anbieter vervielfacht und das Angebot ist heute größer und kostengünstiger als noch vor wenigen Jahren. Dank des Wettbewerbs kann der Kunde durch einen Anbieterwechsel aber nicht nur bares Geld sparen, sondern – beim Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter – auch den betrieblichen CO2-Ausstoß signifikant mindern. Dabei ist Ökostrom heute selten teurer als konventioneller.
Egal welche Energieform betrachtet wird: Ein Vergleich lohnt sich. Dabei sollte jedoch genau auf die Unterschiede bei den einzelnen Tarifen geachtet werden und beim Wechsel in einen anderen Tarif sind verschiedene Dinge zu berücksichtigen:
- Die Vertragslaufzeit sollte nicht allzu lang sein und im Idealfall mit einer Preisgarantie einhergehen, deren Laufzeit die des Vertrages nicht unterschreitet. Kurze Kündigungsfristen sind von Vorteil.
- Von Tarifen mit Vorauskasse ist stark abzuraten, da der Verbraucher sein Geld nicht wiederbekommt, sollte der Energieversorger Konkurs anmelden.
- Liegt der jährliche Strombezug oberhalb von 100 MWh, muss der Abnehmer auch einen leistungspreisabhängigen Tarif bezahlen, da Leistungsspitzen den Anbieter in besonderer Weise belasten. Eine Analyse des elektrischen Lastgangs hilft bei der Optimierung der Verlagerung von Verbrauchern in lastschwächere Zeiten, um Lastspitzen zu reduzieren. Dieser Prozess sollte wiederholt werden, sobald eine Veränderung der Abnahmestruktur zu vermuten ist.
- Oft bieten Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen – übrigens auch gemeinsam mit dem ortansässigen Energieversorger – Sonderkonditionen oder Sammelverträge für Strom, Gas/Heizöl, Diesel und Telefon an. Fragen Sie als Betriebsinhaber hierzu bei der zuständigen Handwerkskammer nach. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit sich einer Einkaufsgemeinschaft anzuschließen und so zu günstigerer Konditionen zu kommen.
Nutzerverhalten #
Um die Energieeffizienz im Betrieb zu steigern, ist es nicht ausschließlich sinnvoll, die effizienteste Technik einzusetzen, sondern es muss ein Bewusstsein für einen sinnvollen Umgang mit Energie bei den Mitarbeitern geschaffen werden. In KMUs kann dieses Bewusstsein oft schneller geschaffen werden als in großen Betrieben, da sich die Mitarbeiter größtenteils persönlich kennen. Unabhängig davon müssen die Mitarbeiter erst einmal zum Energiesparen motiviert werden.
Information, Motivation und Schulung der Mitarbeiter haben Einfluss auf das Nutzerverhalten. Es ist wichtig, dass innerhalb und außerhalb des Betriebes deutlich gemacht wird, dass das Unternehmen sich mit den Fragen der effizienten Energienutzung auseinandersetzt und entsprechende Energieeinsparmaßnahmen auch umsetzt. Die Geschäftsleitung nimmt hier eine Vorbildfunktion ein. Es gibt viele positive Beispiele, Mitarbeiter in den Prozess der Energieoptimierung einzubeziehen und gleichzeitig deren Motivation wie auch Umsetzungskompetenz zu erhöhen:
Politik:
- Inhaber*in und Geschäftsführung haben Vorbildfunktion
- Belegschaft für den sparsamen Umgang mit Energie sensibilisieren, motivieren und schulen
- Auswahl einer verantwortlichen Person (Energie-Beauftragte*r), die/der auf die wichtigsten Energieverbraucher achtet und bspw. regelmäßig die Kennzahlen ermittelt und kommuniziert.
- Eine Rückmeldung über erzielte Einsparungen (siehe Kennzahlen und E-Tool) erhöht die Motivation; Informationstafeln oder Bildschirme in der Werkstatt.
Kompetenz:
- Einweisen der Mitarbeiter in die Nutzung neuer Geräte, ggf. Erarbeiten von Schulungsmaßnahmen
- Andere „Leuchtturm“-Betriebe besuchen, Erfahrungen austauschen und sich inspirieren lassen.
Prozess:
- Notwendige Information gemeinsam mit den Mitarbeitern beschaffen, analysieren, Maßnahmen planen und gemeinsam umsetzen (Transparenz)
- Einbeziehen in Optimierungsprozesse und Diskussion von möglichen Maßnahmen in Teamsitzungen (Erhöhung der Umsetzungsakzeptanz).
- Finden von Reibungsverlusten zwischen Prozessschnittstellen (Optimierung des Gesamtsystems statt einzelner Prozesse), Prozessoptimierung statt Suche nach dem Schuldigen
Außenwirkung:
- Energiekennzahlen und kleine Berichte über erfolgreiche Energieeinsparungen eignen sich auch dafür, um sie extern zu kommunizieren und tragen zu einem positiven Unternehmensimage bei (Newsletter, Kundenzeitschrift, Social Media, Tag der offenen Tür).
Erwägenswert ist die Einführung von regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen bei denen das Thema Energie im Vordergrund steht. Dabei sollte der Austausch von Informationen über jegliche Auffälligkeiten im Bereich Energie innerhalb der Belegschaft und regelmäßig wiederkehrende Verbrauchserfassungen in Form von Messkampagnen forciert werden. Solche Veranstaltungen sollten mindestens einmal im Jahr stattfinden. Erfolgversprechend ist außerdem die Einführung entsprechender Anreizsysteme, wodurch Mitarbeiter belohnt werden, die Verbesserungsvorschläge zur Steigerung der Energieeffizienz einbringen.
Durch eine Reihe von organisatorischen Maßnahmen und die Einführung einer Energiebuchhaltung („Energiecontrolling“) lassen sich langfristig gute Erfolge zur Energieeinsparung erzielen. Daneben sollten aber weitere Einsparpotentiale, wie die Material- und Ressourceneffizienz oder die Zeit- bzw. Prozesseffizienz nicht unberücksichtigt bleiben. So kann eine Einsparung beim Verschnitt und Materialverbrauch auch mit Einsparungen bei der Energie und Arbeitszeit einhergehen und es können doppelte oder sogar dreifache Einspareffekte erzielt werden!
Energiecontroling #
Wegen der großen Bedeutung der Energiekosten ist es für Betriebe sinnvoll über eine monatliche Erfassung von Verbräuchen den Einstieg in ein Energiecontrolling vorzubereiten. Dies hilft hohe jährliche Energiekostennachzahlungen zu vermeiden und ermöglicht es ggf. System-Störungen frühzeitig zu erkennen.
Energiecontrolling beginnt in seiner einfachsten Form bei der Archivierung von Energieverbrauchsdaten in Form von Rechnungen an einem zentralen Ort. Die Erfahrung zeigt, dass gerade dies aber bei einer großen Anzahl von Betrieben nicht gegeben ist. Als Einstieg in ein grundlegendes Energiecontrolling empfehlen wir deshalb das für kleine und kleinste Betriebe optimierte E-Tool Webportal, welches die Erfassung der grundlegenden Energiedaten unterstützt (z.B. Stromrechnungen, Gas- und Heizölrechnungen, Tankrechnungen, Lieferverträge, Fahrzeuge, Maschinendaten etc.), umfangreiche Auswertungs- und Darstellungsmöglichkeiten bietet und zudem hilfreiche Zusatzwerkzeuge zur Verfügung stellt (Strom- und Energiesteuerrechner, PV-Berechnungs-Tool, Darstellung von Lastgangprofilen etc.). Sofern darüber hinaus weitergehende Schritte angedacht sind, sollte ggf. über das Hinzuziehen eines professionellen Energieberaters nachgedacht werden (Förderung ist möglich).
Lean-Prinzip #
Im Zusammenhang mit energieeffizienter Herstellung und Effizienzpotenzialen sind auch stets die Ursachen für auftretende Energieverluste und -verschwendung zu betrachten. Dem Lean-Prinzip folgend lassen sich dafür acht Arten der Energieverschwendung identifizieren:
|
Überdimensionierung und Überproduktion 822_570faf-45> |
Energieverschwendung durch den Einsatz überdimensionierter Maschinen. Die von der Maschine abgegebene Leistung ist hierbei höher, als für die Bearbeitung tatsächlich benötigt. 822_cc0dde-a7> |
|---|---|
|
Wartezeit 822_9ecc0c-14> |
Energieverbrauch im Stand-by oder in halbautomatisierten Zuständen während eines Produktionsstopps. 822_cfa1a4-c6> |
|
Transport 822_2d9ce7-7a> |
Beheizten Verteilungsverlusten während des beheizten Transports (z. B. in Transportsystemen für Wärme zum Wärmetransport). 822_6743f3-02> |
|
Bestände 822_65b232-4e> |
Unnötige Lagerung von Energie, die zu Energieverlusten führt und Energieverbrauch durch Lagerung und Bewegung der Bestände verursacht. 822_8a7cf9-2e> |
|
Ausschuss / Nacharbeit 822_a077ab-1f> |
Energieverbrauch durch fehlerhafte Maßnahmen zur Rückgewinnung von Energie (bspw. fehlerhafte Rückgewinnung von Wärme) oder durch fehlerhafte Energieeinsätze. 822_6238a5-a2> |
|
Bearbeitung / Effizienzverluste 822_dca7ac-7e> |
Energieverbrauch durch ineffiziente Bearbeitungsprozesse (bspw. Einsatz von nicht energieeffizienten oder schlecht gewarteten Maschinen oder unscharfe oder unsaubere technische Werkzeuge). 822_769bce-26> |
|
Umwandlungsverluste 822_2489d4-e5> |
Energieverluste bei der Umwandlung der Energie bis zur Nutzenergie (bspw. bei der Umwandlung von Strom zu Druckluft – Wirkungsgrad der Druckluftanlage). 822_942923-20> |
|
Ungenutztes Mitarbeiterpotenzial 822_29d485-76> |
Mangelhafte Einbeziehung von Mitarbeitern in Energieproduktivitätsprozesse. 822_418085-23> |
Energieberatung #
Im Alltagsgeschäft fehlt häufig die Zeit, für eine genaue energetische Analyse sowie die Entwicklung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen. Deshalb kann die Einbindung externer Energieberater*innen hilfreich sein. Sie führen zunächst eine Ist-Analyse durch, differenziert nach Gebäudeenergieberatung und Energieeffizienzberatung für Maschinen und Anlagen, schlagen wirksame Verbesserungen vor, beurteilen die Wirtschaftlichkeit und geben Hinweise auf Fördermittel.
Rechtzeitig Informationen über eine geförderten Energieberatung einholen; hierbei unterscheiden nach einer Gebäudeenergieberatung und einer Energieeffizienzberatung (für Maschinen und Anlagen).
Die Energieeffizienz-Expertenliste der dena (Deutsche Energie-Agentur) bietet ein bundesweites Verzeichnis qualifizierter Fachkräfte für KMU und Handwerk. Dort findet man Berater aus der Region, die für BAFA-geförderte Programme zugelassen sind.
Beraterprofil:
- Hochschulabschluss in Ingenieur- oder Naturwissenschaften
- Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in betrieblicher Energieberatung
- Zusatzqualifikationen und regelmäßige Weiterbildung
- Unabhängigkeit von Herstellern oder Investitionsinteressen
Nutzen für Betriebe:
- Identifikation von Energieeinsparpotenzialen
- Optimierung von Prozessen, Maschinen und Gebäuden
- Unterstützung bei Förderanträgen und Umsetzung
- Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit
Kennzahlen #
Tiefergehendes Energiecontrolling beruht auf der Nutzung von Kennzahlen. Diese werden herangezogen, um die energetische Qualität von Produkten, Bauwerken, Prozessen, Produktionsstätten und Unternehmen zu beschreiben und diese vergleichen zu können. Üblicherweise werden sie errechnet, indem man den Energieverbrauch in einer bestimmten Zeitspanne – üblicherweise ein Jahr – in Bezug zu einer Vergleichsgröße setzt. Für Betriebe sind sowohl technische Indikatoren – wie z.B. der Energieverbrauch pro produzierter Einheit in einer bestimmten Fertigungsstufe oder über den gesamten Produktionsprozess hinweg – relevant, als auch wirtschaftliche Indikatoren, bei denen monetäre Größen in die Berechnung mit einfließen. Zu letzterer Gruppe zählen beispielsweise Kennzahlen, wie die Energiekosten als Anteil der Gesamtkosten oder die kWh Energieeinsatz pro Euro Umsatz. Aber auch andere Kenngrößen, wie der spezifische Energieverbrauch pro Mitarbeitenden kommen in Frage.
Solche branchentypischen Energieeffizienzkennzahlen dienen den Betrieben zur kontinuierlichen Beobachtung und Kontrolle ihres Energieeinsatzes im Zeitverlauf. Ein Vergleich der Kennzahlen mit dem Branchendurchschnitt erlaubt eine erste Einschätzung der Positionierung des eigenen Betriebes innerhalb der Branche und bietet einen wertvollen Ansatzpunkt, um Gründe für Abweichungen zu analysieren und mögliche Verbesserungsmaßnahmen in Erwägung zu ziehen. Grundlage hierfür ist allerdings ein entsprechendes Monitoring, d.h., eine fortdauernde, systematische Erfassung (Protokollierung) bzw. Überwachung der jeweiligen Kennzahlen und deren Bewertung auf der Basis der eigenen Betriebsziele.
Um Energieeffizienzmaßnahmen in einem Unternehmen noch wirkungsvoller umsetzen zu können, ist die Einführung eines etablierten Energiemanagementsystems (z.B. ISO 50001) oder Umweltmanagementsystems (z.B. EMAS – beinhaltet auch eine Energiekomponente) sinnvoll. Dieses kann je nach Betriebsgröße aus recht einfachen Controlling-Maßnahmen bis hin zu komplexen Managementstrukturen bestehen.
Die interne Kennzahlenbildung und Auswertung ermöglichen auch den Vergleich mit (externen) Branchenkennzahlen, wie es bspw. mittels des E-Tools möglich ist. Eine einfache Variante basiert auf den folgenden Angaben:
Jahres-Stromkosten in Euro und kWh
- fremd bezogen (öffentliches Netz) in Euro und kWh
- eigene Erzeugung (mittels PV oder BHKW) in Euro und kWh
Jahres-Heizkosten in Euro und kWh
- Jahres-Erdgaskosten in Euro und kWh
- Jahres-Heizölkosten in Euro und kWh
Kosten für sonstige fremdbezogen Brennstoffe (Holz, Hackschnitzel)
- ggf. Jahres-Kosten für Aufbereitung und Verbrennung von Holzresten in Euro und kWh
- ggf. Jahres-Treibstoffkosten (Firmenfahrzeuge, Stapler) in Euro und kWh
Der Energieverbrauch (elektrisch) pro Mitarbeiter und der Energieverbrauch (thermisch) pro m² beheizte Betriebsfläche bieten als sich branchentypische Kennzahlen an.
Material-, Zeit- und Prozesseffizienz #
Material- und Personalkostenanteile von jeweils 35 bis 45 % belasten die betriebliche Kostenstruktur meist deutlich stärker als die Energiekosten. Deshalb würden sich diesbezügliche Einsparungen auch erheblich stärker bemerkbar machen. Typische Kostenstruktur im Handwerk:
- Personalkosten 40 %
- Materialkosten 35 %
- Sonstige Kosten 25 % (z. B. Steuern, Versicherungen, Abschreibungen und 1 bis 2 % Energiekosten[LA44] )
Folgende Beispiele und Hinweise zeigen exemplarisch die enge Verknüpfung von Energie-, Material-, Zeit- und Prozesseffizienz auf:
- Nur so viel Material bestellen, wie tatsächlich benötigt wird; Einführung einer Kanban-Lagersystematik.
- Eine verringerte Materialvielfalt, die als Standardartikel bevorratet werden, spart Platz und reduziert auch das Resteaufkommen sowie die Entsorgungskosten; spezielle Materialien werden auftragsbezogen in passgenauer Menge bestellt.
- Eine Verschnittoptimierung und Resteverwaltung beim Plattenzuschnitt reduzieren den Materialeinsatz und ggf. auch die Entsorgungskosten. In der Software kann in der Regel vorgewählt werden, ob der Verschnitt oder der Zeit- und Arbeitsaufwand für den Bediener (und damit auch der Energieaufwand an der Säge) minimiert werden soll.
- Bei der Materialverarbeitung kann durch innerbetriebliche Standardisierung und bspw. Definition von Güteklassen der Verschnitt reduziert, die Resteverwertung erhöht und der Verkaufspreis gegenüber dem Kunden differenziert werden.
- Eine Optimierung und Standardisierung der (CAD-)Konstruktion führt zu material- und ressourcenschonendem Produktdesign und vereinfacht die Arbeitsabläufe in der Werkstatt, was wiederum Zeit und Energie einspart.
- Den Materialverbrauch ähnlich wie den Energieverbrauch durch Kennzahlen transparent machen und Materialeffizienzziele formulieren; die Materialeffizienz stellt das Verhältnis der hergestellten Produkte zur Menge der eingesetzten Materialien dar:
Materialeffizienz = Fertigmenge / Rohmenge - Nicht nur technische, sondern auch organisatorische Verbesserungen können den Materialverbrauch verringern; bspw. können Maßnahmen zur Qualitätssicherung Fehler und Ausschuss vermindern und sparen so nicht nur das Material, sondern auch die Zeit und Energie für die Nachbesserung oder die erneute Herstellung.
- Der Einsatz neuer Produktionstechnologien und technische Modernisierung birgen häufig ein interessantes Einsparpotential.
Einen deutlich erweiterten Ansatz verfolgt eine sog. Lebenszyklusanalyse und das Circular Design:
- Bei einer Lebenszyklusanalyse werden sämtliche Umweltwirkungen während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung des Produktes sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse (z. B. Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) betrachtet.
- Circular Design beschreibt einen umfassenden Gestaltungsansatz mit dem Ziel, die Umweltbelastungen von Produkten und Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu minimieren und darüber hinaus nachhaltige Geschäftsmodelle im Sinne einer Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) zu entwickeln.