Messtechnik

Werkzeugkoffer #

Der Begriff „Werkzeugkoffer“ bezeichnet eine Sammlung von Hilfsmitteln, die im Rahmen einer Energieeffizienzberatung in Handwerksbetrieben eingesetzt werden können. Ziel ist es, energetische Schwachstellen im Betrieb sichtbar zu machen, das Bewusstsein für Energieeinsparpotenziale zu schärfen und konkrete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung abzuleiten.

Diese Hilfsmittel unterstützen die energetische Bestandsaufnahme, die Schwachstellenanalyse und die Entwicklung eines individuellen Energiekonzepts. Darüber hinaus dienen sie der Dokumentation des Ist-Zustands und der Erfolge umgesetzter Maßnahmen. Der Werkzeugkoffer ist somit ein zentrales Instrument zur Qualitätssteigerung in der Energieberatung und zur Förderung nachhaltiger Betriebsführung im Handwerk.

Er kann flexibel an unterschiedliche Branchen und Betriebsgrößen angepasst werden und ermöglicht eine praxisnahe, anschauliche Beratung. Durch die Kombination technischer, visueller und didaktischer Elemente wird die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen im Betrieb erleichtert und beschleunigt.

Beispiel Werkzeugkoffer
Beispiel Werkzeugkoffer
© Handwerkskammer Hamburg

Messgeräte #

Thermografiekamera #

Die Thermografiekamera dient zur berührungslosen Messung von Temperaturverteilungen auf Oberflächen.

Einsatzzweck

Dabei wird nicht die Temperatur direkt gemessen, sondern die Intensität der elektromagnetischen Strahlung einer Oberfläche im Infrarotbereich erfasst.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Aufspüren von Wärmebrücken in der Gebäudehülle
  • Erkennen von Undichtigkeiten bei Fenstern, Türen und Toren
  • Identifikation von Schwachstellen in Kühl- und Frosträumen
  • Kontrolle von ungenügend gedämmten Heizungs- oder Warmwasserleitungen
  • Aufdeckung von Defekten an Photovoltaikanlagen
  • Diagnose von elektrischen Problemen, z. B. in Schaltschränken oder Antrieben

Die Kamera ermöglicht eine schnelle Lokalisierung potenzieller Problembereiche zur weiteren Analyse.

Thermografiekamera im Einsatz
Thermografiekamera im Einsatz
© Handwerkskammer zu Leipzig

Allgemeine Hinweise zur Messung

Level und Span in einem Thermogramm
Level und Span in einem Thermogramm
© Handwerkskammer zu Leipzig

Für exakte Temperaturmessungen müssen Parameter wie Emissionsgrad und Lufttemperatur berücksichtigt werden.

Bei der visuellen Lokalisierung von Problemen kann die genaue Temperatur vernachlässigt werden.

Typische Emissionsgrade:

  • Beton, Holz, Ziegel, Putz: ca. 0,93–0,94
  • Metalle wie Aluminium oder Kupfer: sehr niedrig (0,02–0,04)

Thermogramm-Einstellungen:

  • Temperaturbereich (Span) und Temperaturniveau (Level) müssen bekannt sein, da sie die Aussagekraft des Bildes bestimmen.
  • Diese Werte werden vom Nutzer festgelegt und können auch nachträglich angepasst werden.
Glas reflektiert Infrarotstrahlung – Thermograf „spiegelt“ sich in
Fensterscheibe
Glas reflektiert Infrarotstrahlung – Thermograf „spiegelt“ sich in Fensterscheibe
© Handwerkskammer zu Leipzig

Aufnahmebedingungen:

  • Außenaufnahmen vor Sonnenaufgang durchführen, um Sonnenreflexionen zu vermeiden.
  • Reflektierende Oberflächen (z. B. Glas, Metall) liefern nur eingeschränkt verwertbare Ergebnisse.

Technische Empfehlung:

  • Eine Kamera mit mind. 320×240 Pixeln und einer thermischen Auflösung < 0,06 mK ist für viele Anwendungen ausreichend.

Tipp: Innen- und Außenaufnahmen kombinieren, da Schwachstellen nicht immer von beiden Seiten sichtbar sind.

Emissionsgradkorrektur:

  • Entweder durch Aufbringen eines bekannten Materials (z. B. Kreppband) oder durch Abgleich mit einem Anlegethermometer.

Ergebniserwartung / Interpretation

  • Ohne korrekte Einstellungen (Span/Level) sind Thermogramme nicht interpretierbar – sie bleiben dann lediglich „bunte Bilder“.
  • Reflexionen und falsche Emissionsgrade können zu Fehlinterpretationen führen.
  • Eine sorgfältige Kalibrierung und Kenntnis der Materialeigenschaften sind entscheidend für eine valide Auswertung.
  • Die Thermografie liefert qualitative und quantitative Hinweise auf energetische Schwachstellen, die als Grundlage für gezielte Maßnahmen dienen können.

Tipps

  • Bei der Gebäudethermografie sind möglichst immer Innen- und Außenaufnahmen zu erstellen, da thermische
    Schwachstellen oft nicht von beiden Seiten erkennbar sind (z.B. hinterlüftete Fassaden, Dächer).
    Wenn der Emissionsgrad nicht genau bekannt ist, die Temperaturangaben im Thermogramm aber relativ genau
    sein sollen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder bringt man auf der zu untersuchenden Oberfläche ein Mate-
    rial auf, dessen Emissionsgrad bekannt ist (Malerkrepp, Kreidespray), so dass an dieser Stelle die genaue Tem-
    peratur gemessen wird. Oder es wird eine sogenannte Emissionsgradkorrektur durchgeführt. Hierfür wird mit
    einem Anlegethermometer die genaue Oberflächentemperatur gemessen und in der Thermografiekamera der
    Emissionsgrad so angepasst, dass im Thermogramm die gleichen Temperaturen abzulesen sind.
  • H. Wagner: Thermografie: Sicher einsetzen bei der Energieberatung, Bauüberwachung und Schadensana-
    lyse, Köln, 2011
  • N. A. Fouad, T. Richter: Leitfaden Thermografie im Bauwesen.: Theorie, Anwendungsgebiete,
    praktische Umsetzung, Stuttgart, 2012
  • VATh – Bundesverband für Angewandte Thermografie: www.vath.de

Luxmeter #

Ein Luxmeter misst die Beleuchtungsstärke an einem bestimmten Punkt, unabhängig von der Lichtquelle.

Einsatzzweck

Die Einheit der Messung ist Lux (Lichtstrom pro Flächeneinheit). Es wird vor allem eingesetzt, um überdimensionierte oder ineffiziente Beleuchtung an Arbeitsplätzen zu identifizieren.

Besonders wichtig ist die Berücksichtigung der Spektralcharakteristik verschiedener Lichtquellen (z. B. LED vs. Glühlampe), da diese die Messergebnisse verfälschen können.

Moderne Luxmeter sollten daher eine automatische Korrektur oder Auswahlmöglichkeit für unterschiedliche Lichtquellen bieten. Im Handwerk liegt das Einsparpotenzial durch optimierte Beleuchtung bei 15–25 %.

Luxmeter
© Handwerkskammer zu Leipzig
Luxmeter
© Handwerkskammer zu Leipzig

Allgemeine Hinweise zur Messung

  • Der Detektor muss senkrecht zur Lichtquelle ausgerichtet sein.
  • Bei Temperaturwechseln (z. B. von kalt zu warm) sollte man 15–30 Minuten vor der nächsten Messung warten.
  • Um nur die Beleuchtungsanlage zu messen, sollte deren Betrieb während Dunkelstunden simuliert werden.
  • Reflektierende Kleidung oder Flächen können die Messung verfälschen.
  • Verschmutzte Leuchten beeinträchtigen die Messung – ggf. vorab reinigen.
  • Bei geschlossener Detektorklappe sollte das Gerät 0,0 Lux anzeigen – ggf. nachkalibrieren („Zero“-Funktion).

Ergebniserwartung / Interpretation

Die gemessenen Werte sollten mit den Richtwerten nach DIN 5035 Teil 2 verglichen werden.

Einige Beispiele sehen sie auf der Tabelle:


Über den Richtwerten: Austausch gegen energieeffizientere Leuchtmittel prüfen.

Unter den Richtwerten: Beleuchtungskonzept überarbeiten (mehr oder leistungsstärkere Leuchten nötig).

Raum / TätigkeitBeleuchtungsstärke [lux]
Feinstmontage, Feinmechanik1000
Präzisionsarbeiten750
Büro-/Laborarbeiten500
Schweißen300
Pausen-/Sanitärräume≤ 200
Lagerräume mit Suchaufgabe100
Verkehrswege in Gebäuden≤ 100

Tabelle: Richtwerte der Beleuchtungsstärken für Arbeitsstätten
[DIN 5035 Teil 2]
© Handwerkskammer Münster

Tipps

  • Neben der Messung der Beleuchtungsstärke ist im Zuge einer energieeffizienten Beleuchtung auch immer
    der Austausch herkömmlicher zu hocheffizienten Leuchtmitteln zu beachten.
  • Technische Regeln für Arbeitsstätten Beleuchtung:
    http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASR/pdf/ASR-A3-4.pdf_

Infrarotthermometer #

Das Infrarotthermometer dient zur berührungslosen Messung von Oberflächentemperaturen.

Einsatzzweck

Das Gerät ermöglicht Temperaturmessungen im Bereich
von –50 °C bis +800 °C.

Es eignet sich besonders für:

  • Diagnosen bei Heizungs- und Lüftungsproblemen
  • Temperaturmessungen im Wärme- und Kältebereich
  • Erkennung von Motorverschleiß über Lagertemperaturen
  • Fehlersuche in Dampfsystemen und Kondensatabscheidern
  • Analyse elektrischer Schaltanlagen
  • Überprüfung der Isolation an Rohrleitungen

Das Messverhältnis von 20:1 erlaubt sichere Messungen aus größerer Entfernung bei einer Genauigkeit von ±1 °C.

Infrarotthermometer
Infrarot Thermometer
© Handwerkskammer Hamburg

Allgemeine Hinweise zur Messung

Für präzise Ergebnisse bei der Infrarotmessung sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Möglichst nah und sicher an das Messobjekt herangehen
  • Bei reflektierenden Oberflächen eine dünne Farbschicht (z. B. Kreidespray) oder Klebeband auftragen
  • Emissionsfaktor ggf. anpassen
  • Umgebung auf andere infrarotstrahlende Objekte (z. B. Sonne) prüfen

Ergebniserwartung / Interpretation

Die Messungen mit dem Infrarotthermometer ermöglichen:

  • Erkennung von Wärmeverlusten zur Senkung von Energiekosten und Erhöhung der Arbeitssicherheit
  • Sensibilisierung für energetische Schwachstellen in Anlagen und Gebäuden
  • Visualisierung von Wärmequellen in klimatisierten Räumen
  • Dokumentation von Einsparerfolgen durch Vorher-Nachher-Vergleiche bei Optimierungen

Tipps

  • Entlarven Sie die Abstrahlungsenergie in Ihrem Unternehmen.
  • Der Markt bietet für Infrarot Thermometer verschiedene Hersteller mit den jeweiligen Klassifikationen
    an. Wichtig ist, dass die Bedienungsanleitung für das zu nutzende Gerät gelesen wird.

Leistungs- und Energierecorder #

Der Leistungs- und Energierecorder dient der Messung von Strom, Spannung, Leistungsaufnahme und Energieverbrauch in elektrischen Installationen.

Einsatzzweck

Er kann sowohl für ganze Betriebe als auch für einzelne Maschinen und Geräte eingesetzt werden.

Ziel ist es, energetische Einsparpotenziale zu identifizieren, Lastspitzen zu vermeiden und Fehlerquellen wie „stille Verbraucher“ zu erkennen.

Zudem unterstützt er bei der Kalkulation des Energieverbrauchs pro Produktionsschritt oder Maschine und dokumentiert Einsparerfolge durch Vorher-Nachher-Vergleiche.

Leistungs- und Energierecorder
Leistungs- und Energierecorder © Handwerkskammer Hamburg

Allgemeine Hinweise zur Messung

Angeschlossener Messrecorder; Stromwandler
Angeschlossener Messrecorder; Stromwandler © Handwerkskammer Hamburg

Der Anschluss des Recorders darf nur durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen.

Sicherheitsvorschriften und Herstellerangaben sind vor dem Anschluss der Stromwandler zu beachten; die Fließrichtung des Stroms (Pfeilrichtung) ist entscheidend für korrekte Messwerte.

Vor Beginn der Messung sollte das Gerät so konfiguriert werden, dass nur relevante Parameter aufgezeichnet werden, um unnötig große Datenmengen zu vermeiden.

Der Recorder muss passend zum Versorgungsnetz (1-, 2- oder 3-phasig) eingestellt werden.

Größte Energieverbraucher sollten zuerst identifiziert werden, da hier die größten Einsparpotenziale liegen.

Eine Plausibilitätsprüfung durch Abgleich mit dem Hauszähler und den Nennleistungen der Maschinen wird empfohlen.

Die zugehörige Software hilft bei der Visualisierung und Interpretation der Messdaten.

Messadapter zur berührungsfreien Messung von Verbrauchern
Messadapter zur berührungsfreien Messung von Verbrauchern © Handwerkskammer Hamburg

Ergebniserwartung / Interpretation

  • Die berührungslose Messung über Adapter ermöglicht eine einfache Erfassung von Geräten mit Netzstecker (16–32 A).
  • Die Kenntnis über den Energieverbrauch im Unternehmen ist essenziell für gezielte Effizienzmaßnahmen.
  • Die Auswertung des tatsächlichen Verbrauchs liefert wichtige Kennzahlen für Planung und Kontrolle.
  • Die Analyse des Lastgangverlaufs (tages-, wochen-, monatsweise) hilft, Unregelmäßigkeiten zu erkennen und kostspielige Lastspitzen zu vermeiden.

Tipps

  • Die dazugehörige Software ist bei einer Messung sehr hilfreich, da die wichtigen aussagekräftigen Parame-
    ter visualisiert dargestellt werden können.
  • Elektrische Geräte mit angeschlossenem Netzstecker (3 Phasen), die von 16-32 Ampere abgesichert sind,
    können mit Hilfe eines Messadapters (siehe Bild) „berührungslos“ abgegriffen und über den Recorder ge-
    messen werden.
  • Die Kenntnis darüber, wo und wie viel Energie im Unternehmen verbraucht wird, ist Grundvoraussetzung
    für effiziente Energiesparmaßnahmen. Durch die Aufzeichnung des tatsächlichen Verbrauchs lassen sich
    wichtige Kennzahlen für die Planung und Kontrolle des Energiebedarfs ermitteln. Diese Kenntnisse des ei-
    genen Lastgangverlaufs im Tages-, Wochen- oder Monatsvergleich helfen Unregelmäßigkeiten zu erkennen
    und teure Lastspitzen zu vermeiden.

Energie-Cam #

Die EnergyCam dient der automatisierten Erfassung von Verbrauchsdaten mechanischer Rollenzähler.

Einsatzzweck

Mechanischer Rollenzähler sind z. B. Ferrariszähler, Balgengaszähler, Wasser-, Öl- und Betriebsstundenzähler.

Mithilfe eines Kamerasensors und eines OCR-Algorithmus werden die Zählerstände optisch erfasst, in numerische Werte mit Zeitstempel umgewandelt und gespeichert.

Die Ableseintervalle sind flexibel (1 Minute bis 1 Stunde), bis zu 10.000 Messwerte können gespeichert und als CSV-Datei exportiert werden. Die Daten lassen sich per Bus oder Funk übertragen.

Eine unterbrechungsfreie Umrüstung zu einem Smart Meter ist möglich – manuelles Ablesen entfällt.

Ferrariszähler
Ferrariszähler (Strom)
© Handwerkskammer für Ostthüringen

Allgemeine Hinweise zur Messung

Ferrariszähler mit EnergyCam_Verschiebung nötig
Positionierung der EnergyCam
(Verschiebung nach unten nötig)
© Handwerkskammer für Ostthüringen

Vor der Nutzung muss die EnergyCam mit der Software ECWin konfiguriert werden (z. B. Zählertyp, Ableseintervall).

Wichtig ist die Sauberkeit von Zählerglas und Kameralinse.

Die Montage erfolgt direkt über dem Zähler, wobei rote Pfeile die Ausrichtung und ein grüner Punkt die korrekte Position anzeigen.

Die Befestigung erfolgt mit Klebepads. Die Stromversorgung kann über Batterie oder LAN-Kabel erfolgen.

Ergebniserwartung / Interpretation

Die erfassten Daten ermöglichen eine verbesserte Effizienzkontrolle und Dokumentation der angeschlossenen Anlagen.

Die Ablesung wird automatisiert, schneller und genauer.

Eine detaillierte Auswertung (inkl. Diagrammen) ist in MS Excel möglich.

Der Personalaufwand sinkt, ebenso wie potenzielle Ausfallkosten, da z. B. keine Unterbrechung der Stromversorgung nötig ist.

Ferrariszähler mit EnergyCam richtig montiert
EnergyCam richtig montiert auf einen Ferrariszähler
© Handwerkskammer für Ostthüringen

Tipps

  • Entlarven Sie erhöhte Energieverbräuche in ihrem Unternehmen.
  • Bei dauerhafter Montage Nutzung als einfaches Energiemonitoring.
  • EnergyCam kann bei ungünstig positioniertem Zählwerk auch oberhalb des Zählwerks (über Kopf) installiert
    werden.

Ultraschallgerät zur Leckageortung #

Ultraschallgeräte dienen der Ortung verschiedenster Leckagen – etwa in Druck-, Vakuum- oder Gasleitungen.

Einsatzzweck

Das austretende Gas erzeugt Ultraschallgeräusche, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.

Diese werden von einer Sonde aufgenommen, in hörbare Töne umgewandelt und sowohl akustisch über Kopfhörer als auch visuell auf einem Display dargestellt.

Neben der Lecksuche in Druckluftsystemen eignet sich das Gerät auch für mechanische (z. B. Lager, Schmierung) und elektrische Inspektionen (z. B. Schaltanlagen, Isolatoren, Transformatoren).

Ultraschallmessgerät
Beispielfoto für ein Ultraschallmessgerät
© Handwerkskammer Koblenz

Allgemeine Hinweise zur Messung

  • Vor der Messung sollten Fenster und Türen geschlossen werden; laufende Arbeitsprozesse müssen nicht unterbrochen werden.
  • Bei Störgeräuschen durch andere Ultraschallquellen kann man den eigenen Körper oder ein Hilfsmittel (z. B. Klemmbrett) als Abschirmung nutzen.
  • Die Sonde wird auf den Prüfbereich gerichtet; je näher man der Leckage kommt, desto lauter wird das Signal.
  • Falls kein Ton hörbar ist, aber ein Signal angezeigt wird, sollte die Lautstärke erhöht werden.
  • Die lauteste Stelle wird als Leckagepunkt markiert (z. B. mit Etiketten) und dokumentiert.
  • Mit spezieller Software lassen sich Kosten- und Ursachenanalysen für die Lecks durchführen.

Ergebniserwartung / Interpretation

  • Typische Leckstellen in Handwerksbetrieben sind Ventile, Schaltkomponenten, Zylinder, Kupplungen, Rohrverbindungen, Schläuche und korrodierte Leitungen.
  • Ein hörbares Pfeifen weist auf eine Leckage hin.
  • Hochsensible Geräte wie das UE Systems 3000 können Lecks von nur 0,1 mm Größe aus bis zu 15 m Entfernung erkennen.
  • Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich: Ein 1 mm großes Leck kann jährlich rund 560 € kosten, ein 10 mm großes sogar über 73.000 € (bei 6.000 Betriebsstunden und 14 ct/kWh).
  • Jeder zusätzliche bar Druckerhöhung durch Leckagen erhöht den Energiebedarf des Kompressors um 6–10 %.

Tipps

  • Jedes bar zusätzliche Verdichtung infolge von Leckagen erfordert 6 – 10 % mehr Antriebsenergie am Kom-
    pressor. Darum: Betriebsdruck korrekt anpassen. Das Einsparpotenzial im Bereich Druckluft liegt im Hand-
    werk zwischen 30 – 50%.
  • Schneider Druckluft GmbH: Druckluft im Handwerk – Ein „Druckluft-Spar-Buch“, Wiesbaden 2011
  • Deutsche Energieagentur: Ratgeber Druckluft und Drucksysteme, Berlin 12/2013

Feuchte- und Temperatur-Datenlogger #

Der LogTag® HAXO 8 Datenlogger dient der kontinuierlichen Überwachung von Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit.

Einsatzzweck

  • Kühlketten-Monitoring bei Lebensmitteln, medizinischen Produkten und Pharmazeutika.
  • Transportüberwachung verschiedenster Güter.
  • Kontrollzwecke im Heizungs- und Lüftungsbau, in der Landwirtschaft, Tierhaltung, Umwelttechnik und Pflanzenzucht.
  • Anwendungen reichen von einfacher Heizraumüberwachung bis hin zu regulierten pharmazeutischen Anwendungen.
  • Ziel ist eine kostengünstige, einfache und schnelle elektronische Aufzeichnung von Temperatur- und Feuchtigkeitswerten.
LogTag® HAXO 8-Datenlogger
LogTag® HAXO 8-Datenlogger © Handwerkskammer Koblenz

Allgemeine Hinweise zur Messung

LogTag LTI-Interface
LogTag LTI-Interface © Handwerkskammer Koblenz

Der Logger kann bis zu 8.000 Messwerte im Bereich von
0–100 % r. F. und –40 °C bis +85 °C aufzeichnen.

Vertikale Montage wird empfohlen, um Kondenswasserbildung auf dem Filter zu vermeiden.

Die Konfiguration erfolgt über das LogTag® LTI-Interface, das per USB an den PC angeschlossen wird.

Die USB-Treiberinstallation erfolgt automatisch beim Anschluss.

Es können individuelle Einstellungen wie Messintervall, Alarmgrenzen, optische Alarme und kontinuierliche Speicherung vorgenommen werden.

Die Konfiguration kann auf mehrere Logger übertragen werden.

Die Auswertung erfolgt mit der LogTag® Analyzer Software.

Energieeffizienz im Handwerk Einsatzbeispiel eines Datenloggers zur Raumtemperaturüberwachung
Energieeffizienz im Handwerk Einsatzbeispiel eines Datenloggers zur Raumtemperaturüberwachung © Handwerkskammer Koblenz

Ergebniserwartung / Interpretation

  • Die Messergebnisse werden in der Software grafisch, tabellarisch oder zusammenfassend dargestellt.
  • Der Report enthält Informationen zu:
    • Alarmstatus
    • Loggerdaten und -einstellungen
    • Messdaten (Datum, Uhrzeit, erste/letzte Messung, Anzahl, Temperatur, Luftfeuchtigkeit)
    • Alarmgrenzen (oberer/unterer Wert)
  • Es besteht die Möglichkeit zur automatischen Datensicherung und zum Export in verschiedene Formate.
Einsatzbeispiel eines Datenloggers zur Raumtemperaturüberwachung
Einsatzbeispiel eines Datenloggers zur Raumtemperaturüberwachung © Handwerkskammer Koblenz

Tipps

  • LogTag® Analyzer Software unter www.logtag-recorders.com/support.html herunterladen.

Smartmeter – Zähler mit Leistungsmessung #

Zähler mit Leistungsmessung (sogenannte Lastgangzähler) werden in Unternehmen mit höherem
Stromverbrauch (ca. 30.000–100.000 kWh/Jahr) eingesetzt.

Einsatzzweck

Sie erfassen nicht nur die verbrauchte elektrische Arbeit, sondern auch die Lastabnahme in 15-Minuten-Intervallen.

Auch wenn kein Leistungspreis im Stromvertrag enthalten ist, können solche Zähler installiert sein, um den Lastgang aufzuzeichnen.

Dies dient der genaueren Abrechnung und Analyse des Stromverbrauchs.

Stromzähler mit Lastgangmessung
Stromzähler mit Lastgangmessung © Handwerkskammer Hannover

Allgemeine Hinweise zur Messung

Tageslastgang: Tag mit Lastspitze
Tageslastgang: Tag mit Lastspitze © Handwerkskammer Hannover

Die Energieversorger stellen auf Anfrage die gemessenen Lastwerte tabellarisch zur Verfügung.

Aus diesen Daten wird eine Jahresdauerlinie erstellt, die Rückschlüsse auf die Auslegung von KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) erlaubt.

Tageslastgänge zeigen typische Verbrauchsmuster und helfen, Lastspitzen oder Grundlastverbräuche zu identifizieren.

Die Analyse kann Optimierungspotenziale in Arbeitsprozessen und beim Einsatz von Photovoltaikanlagen aufzeigen.

Besonders der Grundlastverbrauch (z. B. nachts oder an Feiertagen) kann auf stille Verbraucher oder unnötige Standby-Verbräuche hinweisen.

Tageslastgang: Tag mit Grundlastabnahme
Tageslastgang: Tag mit Grundlastabnahme © Handwerkskammer Hannover

Ergebniserwartung / Interpretation

Die Interpretation von Lastgängen setzt voraus, dass Produktionsabläufe und Nutzerverhalten in dem be-
trachteten Zeitraum bekannt sind. Fehlen Informationen z.B. über Baumaßnahmen, Sonderschichten, Unter-
brechungen, Veränderungen bei Maschinen oder Mitarbeitern etc. ist eine Analyse nicht oder nur mit Ein-
schränkungen möglich.


Allgemeingültige Richtwerte für „akzeptabel“ Lastspitzen oder Grundlasten gibt es nicht. Zur Berechnung der
Kosteneinsparungen werden die jeweiligen Versorgungsverträge benötigt. Für eine Überschlägige Abschät-
zung kann angesetzt werden:

  • Bei Verträgen mit Leistungspreiskomponenten:
    Einsparung = verringerte Spitzenlast x Lastpreis + verringerte Grundlast x 8760 h x Arbeitspreis
  • Bei Verträgen ohne Leistungspreiskomponenten:
    Einsparung = verringerte Grundlast x 8760 h x Arbeitspreis

Tipps

Informationen zu Netznutzungsentgelten und vertragsrechtlichen Grundlagen für Stromverträge und
lastbezogenen Strompreisbestandteile im Internet z.B. unter www.bundesnetzagentur.de

Weitere Geräte #

  • Laser-Entfernungsmesser – zum Erfassen von Entfernungen, Flächen und Volumen
  • Fotoapparat oder Digitalkamera (ggf. Smartphone) zur Fotodokumentation oder für kurze Videosequenzen
  • Taschenlampe um dunkle Ecken zu beleuchten
  • Durchflussmesser oder Messbecher und Stoppuhr für Wasserverbrauchsmessung
  • Laptop (ggf. plus Beamer) zur Lastganganalyse
  • Videoendoskop überträgt mit einer integrierten Kamera und Lichtquelle Live-Videobilder auf einen Monitor (dient der visuellen Darstellung von Schwachstellen)
  • Reifendruckmessgerät – Energetische Schwachstellen sichtbar machen und konkrete Maßnahmen ableiten
  • Ultraschall-Durchflussmessgerät bestimmt den Volumen- oder Massenstrom eines Fluids (z. B. Wasser, Öl, Gas) in einer Rohrleitung mithilfe von Ultraschallwellen – berührungslos und ohne bewegliche Teile
  • Leckagespray oder Leck-Such-Spray zur visuellen Ortung von Undichtigkeiten
  • Endoskopkamera – um schwer zugängliche Bereiche visuell zu inspizieren
  • Kreidespray zum visuellen Demonstrieren von energetischen Schwachstellen


Letztes Update: 17. November 2025