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Kfz-Betriebe und Energie

Mit durchschnittlich 1300 m2 beheizter Gebäudefläche haben Kfz-Betriebe einen sehr hohen Raum- bzw. Flächenbedarf, was hohe Verbräuche bei Heizung und Beleuchtung verursacht. Die zahlreichen energieintensiven Anwendungen wie Waschstraße, Lüftung, Druckluft oder Lackiererei sollten so effizient wie möglich betrieben werden.
Kfz-Betriebe haben auch einen wichtigen, indirekten Einfluss auf Klima und Umwelt: Es macht einen großen Unterschied, ob das Angebot eines Kfz-Betriebs von E-Mobilität oder Verbrenner-Technik dominiert wird. Gerade Stammkunden kaufen, was ihr Anbieter empfiehlt.

Grafik über Verteilung des Stromverbrauches in Kfz-Betrieben
Verteilung des Stromverbrauchs
© Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH

Einblick

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FAQ

KFZ und Energie sparen


Gerade ältere, ungedämmte Werkstattgebäude verursachen hohe Wärmeverluste. Große Tore und einfach-verglaste Fensterflächen sowie
Öffnungen im Dachbereich sind typische Schwachstellen. Für einen geringe Energieverbrauch bedarf es einer luftdichten, gut gedämmten Gebäudehülle mit modernen Toranlagen, ggf. mit Schnelllauftoren.
Maßnahmen wie Fassadendämmung, Dachsanierung und der Austausch von Fenstern sollten im Rahmen eines energetischen Sanierungskonzepts definiert werden.

  • Klare Trennung zwischen beheizten und unbeheizten Bereichen
  • Einbau von Schnelllauftoren und selbstschließenden Türen
  • Dachdämmung und Erreichen der Luftdichtheit
  • Umfassende Verbesserung der Gebäudehülle (Fassadendämmung, Fenstertausch)
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installieren
Bild einer Kfz-Werkstatt
Kfz-Werkstatt (Gebrüder Kess GmbH, Merzig)
© Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH

Um gezielt die Arbeitsbereiche in größeren Werkshallen zu beheizen, werden häufig Infrarotheizungen oder Dunkelstrahler eingesetzt, da sie punktuell Wärme liefern. Der Umstieg auf Wärmepumpen in Kombination mit Fußbodenheizung oder Deckenstrahlplatten ist besonders in Neubauten oder sanierten Gebäuden sinnvoll. Eine intelligente Steuerung mit Zonenregelung spart zusätzlich Energie. Bei der Auswahl des Heizsystems sollte auch die Wärmeplanung der Kommune beachtet werden.

  • Klare Trennung zwischen beheizten und unbeheizten Bereichen
  • Veraltete Heizung durch Wärmepumpe oder Fernwärme ersetzen 
  • Heizkessel überprüfen und ggf. hydraulisch abgleichen 
  • Hocheffiziente Umwälzpumpen einsetzen 
  • Temperatur- und Betriebszeiten anpassen (z. B. Nachtabsenkung)
  • Heizkreise getrennt regeln (z. B. Büro/Werkstatt) 
  • Wärmeverteilung dämmen 
  • Abwärme aus Kompressoren oder Lackieranlagen nutzen
Bild von Deckenstrahlplatten in einer Halle
Deckenstrahlplatten (KVS GmbH, Saarlouis)
© Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH

Die Beleuchtung muss sowohl energieeffizient als auch arbeitsplatzgerecht sein. In vielen Werkstätten sind noch veraltete Leuchtstoffröhren im Einsatz, die viel Strom verbrauchen. Die Umrüstung auf LED-Technik mit Bewegungs- und Tageslichtsensoren ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs. Gleichzeitig verbessert sich die Lichtqualität, was die Arbeitssicherheit und Präzision bei Reparaturen und Lackierungen erhöht.

  • Umrüstung auf LED-Leuchten mit geeigneter Lichtfarbe und Abstrahlwinkel
  • Zonierung und getrennte Schaltung der Beleuchtung
  • Nutzung von Tageslicht durch größere Fenster oder Lichtbänder
  • Helligkeitssensoren und Präsenzmelder einsetzen
  • Regelmäßige Reinigung der Leuchten
  • Helle Wand- und Deckenfarben
Bild eines Lagers mit LED-Tiefenstrahlern
LED-Tiefenstrahler in Lager
© Die Lichtfabrik – LED SOLUTIONS

Bei Druckluftsystemen geht rund 95 % der eingesetzten Energie als Abwärme verloren – Leckagen, unnötig hohe Druckniveaus und fehlende Abschaltungen führen zu erheblichen Verlusten. Eine bedarfsgerechte Steuerung, regelmäßige Wartung und die Nutzung der entstehenden Wärme bieten große Einsparpotenziale.

  • Kompressor außerhalb der Betriebszeiten abschalten
  • Druckniveau bedarfsgerecht einstellen
  • Leitungsnetz regelmäßig auf Leckagen prüfen
  • Abwärme zur Gebäudeheizung oder Warmwasserbereitung nutzen
  • Kurze, gerade Leitungswege mit verlustarmen Kupplungen verwenden
  • Druckluftgeräte durch elektrische Alternativen ersetzen
Bild eines Schlagschraubers
Schlagschrauber
© aia orange – Bernhard Linz

Lackierereien haben hohe Anforderungen an Luftqualität, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, was zu einem hohen Energieverbrauch führt. Die größte Herausforderung ist die effiziente Klimatisierung und Abluftreinigung. Wärmerück-gewinnung aus der Abluft, moderne Filtertechnik und die Nutzung von Niedrigtemperatur-Lackierverfahren können den Energiebedarf deutlich senken. Auch die Umstellung auf wasserbasierte Lacke reduziert Emissionen und verbessert die Umweltbilanz.

  • Zu- und Abluft nur während Lackiervorgängen betreiben
  • Prozesstemperatur und Laufzeiten optimieren
  • Wärmerückgewinnungssysteme einsetzen
  • Filter und Anlagen regelmäßig warten
Bild eines Mitrabeitenden der mit Sprühpistole ein Fahrzeug lackiert
Manuelle Fahrzeuglackierung
© ProMotor

Waschstraßen verbrauchen viel Wasser und Energie, insbesondere für Heizung und Trocknung. Die Herausforderung liegt in der Reduktion von Frischwasserverbrauch und der Nutzung erneuerbarer Energien. Wasseraufbereitungsanlagen mit Kreislaufsystemen sind heute Stand der Technik. Auch die Nutzung umweltfreundlicher Reinigungsmittel sollte geprüft werden.

  • Warmwasser energiesparend erzeugen (Brauchwasserwärmepumpen, Solarthermie, mit Abwärme vorerwärmen)
  • Wasser im Kreislauf nutzen und Regenwasser einbinden
  • Waschprogramme optimieren (z. B. Eco-Modus)
  • Energieeffiziente Pumpen und Trockner einsetzen
  • Regelmäßige Wartung zur Vermeidung von Leckagen und Energieverlusten
Bild einer Waschstraße
Waschstraße
© Kattners Freie Tankstellen GmbH

Die betriebliche Mobilität verändert sich durch Elektromobilität und neue Kundenanforderungen. Werkstätten müssen sich auf die Wartung von E-Fahrzeugen einstellen, was neue Schulungen und Sicherheitsvorkehrungen erfordert. Gleichzeitig bietet die Elektrifizierung des eigenen Fuhrparks (z. B. Hol- und Bringdienste) Einsparpotenziale. Ladeinfrastruktur auf dem Gelände kann auch für Kunden ein attraktives Zusatzangebot sein.

  • Reifendruck regelmäßig prüfen
  • Mitarbeitende zu spritsparender Fahrweise schulen
  • Routen digital planen und Fahrten bündeln
  • Unnötige Fahrten vermeiden
  • Auf energieeffiziente Fahrzeuge umsteigen
  • Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge aufbauen
  • Hol- und Bringdienste elektrisch betreiben
Bild von mehreren Kfz's - Fuhrpark
Fuhrpark (Hurtzig Haustechnik)
© Hurtzig Haustechnik

Energieeffizienz beginnt bei der Organisation. Durch gezielte Schulungen, klare Zuständigkeiten und ein einfaches Energiecontrolling lassen sich viele Einsparpotenziale heben – oft ohne große Investitionen. Erreichte Einsparungen sollten den Mitarbeitern verständlich kommuniziert werden, um die Energie-Spar-Motivation aufrecht zu erhalten.

  • Energieverantwortliche benennen
  • Mitarbeitende sensibilisieren und regelmäßig schulen
  • Wissenstransfer zu optimalen Maschinen-/Werkzeugeinstellungen fördern
  • Energieberatung durch externe Fachleute nutzen
  • Energieverträge regelmäßig prüfen und optimieren
  • Einfaches Energiemanagementsystem einführen (Verbrauchsdaten erfassen und auswerten)
  • Maßnahmenplan mit Prioritäten erstellen
Bild eines Laptops mit E-Tool Anwendung am Monitor
E-Tool Anwendung am Monitor
© MIE

Ein kontinuierliches Monitoring aller umweltrelevanten Stoffe – wie Betriebsstoffe, Reinigungsmittel und Reststoffe – ist nicht nur Grundlage für ressourceneffizientes Arbeiten, sondern auch essenziell für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und die Sicherstellung der Arbeitssicherheit. Prinzipiell hilft ein umsichtiger Umgang mit Ressourcen und Ausrüstung, wie im Handwerk traditionell üblich, Kosten und Umwelt zu schonen.

  • „Reparieren statt Ersetzen“ priorisieren, gebrauchte Teile einsetzen, Fahrzeuge systematisch ausschlachten
  • Verbrauch und Art von Betriebsstoffen (Öle, Fette) regelmäßig prüfen, ökologische Alternativen erwägen
  • Langlebiges Werkzeug bevorzugen, gebrauchte Ausstattung nutzen
  • Abfall- und Reststoffe getrennt sammeln für bessere Entsorgung bzw. Recycling
Bild eines Laptop mit E-Tools-Anwendung
E-Tool
© Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH

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