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Durch den unmittelbaren Kundenkontakt spielen Umweltschutz und Gesundheitsverträglichkeit schon lange eine wichtige Rolle im Friseurhandwerk. Eine Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen bietet die Gelegenheit, den eigenen Betrieb zu modernisieren und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Ein bewusster Umgang mit Energie trägt nicht nur zur Umweltfreundlichkeit bei, sondern senkt auch Betriebskosten und stärkt dabei die Wettbewerbsfähigkeit.

Zu Beginn steht immer die Analyse des Energieverbrauchs, um daraus konkrete Handlungsschritte abzuleiten. Bereits einfache Maßnahmen wie der Austausch einer ineffizienten Beleuchtung gegen moderne LED-Lampen oder der Einsatz moderner Geräte bewirken signifikante Einsparungen.

Energieeffizienz im Friseursalon bedeutet nicht Verzicht, sondern intelligente Optimierung. Der Kundenkomfort lässt sich oftmals sogar steigern, beispielsweise durch eine bessere Beleuchtung und ein angenehmeres Raumklima. So zeigen Sie, dass Sie zukunftsorientiert und nachhaltig ausgerichtet sind. Das macht Ihren Betrieb gleichermaßen attraktiv für Ihre Kunden und Mitarbeiter.

Einblick

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FAQ

Friseur und Energie sparen


Grafik zu Energieverbrauch im eines Durchschnittlichen Friseurbetriebes
© GICON – Großmann Ingenieur Consult GmbH

Eine umfangreiche Analyse von Friseurbetrieben aller Größen hat ergeben, dass etwa zwei Drittel des Energieverbrauchs auf die Beheizung des Salons und die Warmwasserbereitung entfallen. Bei den Energiekosten schlagen daneben besonders die Beleuchtung und der Einsatz elektrischer Geräte zu Buche. Hier lassen sich auch bereits mit geringen Investitionen oder sogar reinen Verhaltens­änderungen schnell Energie und damit Kosten einsparen.

Mit ca. 50 % des Energieverbrauchs und ca. 30 % der Energiekosten ist das Beheizen des Salons der größte Kostenfaktor. Der Bedarf ist abhängig vom Dämmstandard des Gebäudes, der Qualität der oft großen Schaufenster und der Energieeffizienz der Heizanlage. Da insbesondere im städtischen Bereich die Salons oft gemietet sind, ist die Einflussmöglichkeit der Mieter auf den Dämmstandard nur bedingt gegeben.

  • Gebäudehülle (Außenwand, Dach, Decke über unbeheiztem Keller) dämmen
  • Heizanlage überprüfen (hydraulischer Abgleich, Dimensionierung, Dämmung etc.)
  • Alte Heizkessel gegen moderne Technik austauschen (ggf. Wärmeplanung der Kommune beachten; Wärmepumpe, BHKW, Pellets, Hackschnitzel)
  • Hochenergieeffiziente Umwälzpumpen einsetzen
  • Temperaturniveaus an Betriebszeiten anpassen (Nachtabsenkung, Sommer-/Winterbetrieb, Wochenende)
  • Wartungsintervalle der Heizungsanlage einhalten
  • Heizkörper freihalten
  • Schnell reagierende Heizkörperthermostatventile einsetzen
  • Wärmeschutzverglasung vermindert Wärmeverluste und sorgen für mehr Komfort in Fensternähe

Die Kosten für die Beleuchtung rangieren mit ca. 25 % der Energiekosten auf Platz 2. Eine gute Ausleuchtung des Arbeitsfeldes „Kopf“ von allen Seiten ist besonders wichtig. Hierbei sind besondere Anforderungen an die Farbechtheit des Lichtes gestellt. Während die Grundbeleuchtung warme, gemütliche Lichtfarben haben kann, ist die Objektbeleuchtung mit tages-lichtähnlichem, „kälterem“ Licht zu bevorzugen.

  • Bei Austausch der Beleuchtung auf LED-Technik umrüsten (Lichtfarbe, Abstrahlwinkel beachten)
  • Helligkeitsabhängige, bedarfsgerechte Steuerung durch Tageslichtsensoren / Präsenzmelder (ggf. zonieren)
  • Außenwerbung / Schaufenster mit Dämmerungs- und Zeitschalter ausstatten; auch hier energieeffiziente Leuchten / Lampen einsetzen
  • Farben an den Oberflächen von Wänden und Decken möglichst hell wählen
  • ggf. erhöhte Blendwirkung bei LED-Lampen beachten

Da das Werkzeug häufigeren Beschaffungszyklen unterliegt, sollte bei Neukauf darauf geachtet werden, dass Friseurgeräte mit einer höheren Nennleistung nicht unbedingt die besseren Geräte sind. Gute Technik zeichnet sich auch durch niedrigen Verbrauch aus. Wichtig ist die regelmäßige Wartung der Geräte. Da in den meisten Salons die Wäsche selbst gewaschen wird, entfällt ein großer Anteil des Stromverbrauchs auf Waschmaschine und Trockner. Aber auch bei Kassen-PC, Kaffeemaschine und Getränkeautomat/-kühlschrank muss auf Energieeffizienz geachtet werden.

  • Regelmäßig Staubfilter an Fön und Trockenhauben reinigen
  • Akku-Geräte nur wenn nötig auf die Ladestation legen
  • Wäscheaufkommen durch kleine Handtücher reduzieren
  • Geräte mit einer hohen Energieeffizienzklasse (A und besser) anschaffen
  • Warmwasserfähige Waschmaschinen einsetzen
  • Wärmepumpen-Trockner bevorzugen

Im Schnitt werden im Salon pro Jahr 220 m³ Wasser verbraucht, 60 % davon als Warmwasser für die Haarwäsche. Wasserspararmaturen verringern beim Waschen der Haare nicht nur den Wasserverbrauch, sondern sie reduzieren auch den Energieverbrauch für die Erwärmung des Wassers. Viel Wasser wird vergeudet, wenn das Wasser im Rohrsystem zu schnell auskühlt und lange laufen muss, bis die richtige Temperatur erreicht wird.

  • Wasserspararmaturen einsetzen und regelmäßig warten
  • Warmwasser-Leitungen sehr gut dämmen
  • Becken mit thermostatisch geregelten Brauchwassermischern ausstatten
  • Bei langen Zuleitungen: Zirkulationsleitung mit druckgesteuerter Pumpe installieren
  • Solarthermischen Anlage für die Warmwassererzeugung installieren

Große Schaufenster und die hohen internen Wärmegewinne durch Warmwasser und Haartrocknung können im Sommer zur Überhitzung im Salon führen. Diese kann zwar durch Kühl- und Klimatechnik ausgeglichen werden, das verbraucht aber relativ viel Strom. Sparsamer ist ein passiver sommerlicher Wärmeschutz z. B. durch Markisen oder ein Vordach, kombiniert mit einer natürlichen Querlüftung im Salon. Häufig ist die geforderte Frischluftmenge von 100 m³/h nur mit einer Lüftungsanlage zu erreichen. Der Einbau eines Wärmetauschers ist zu empfehlen. Die Abwärme wird für die Beheizung der Zuluft genutzt. Ein zusätzlicher Filter in der Abluft hält die Haarstaub-Haarspray-Gemische zurück.

  • Verschattung der Schaufensteranlage mit Markise oder Vordach
  • Wasserabsorbierende Wandoberflächen regulieren die Luftfeuchtigkeit (z. Bsp. Lehmputz)
  • Regelmäßige Wartung der Lüftungs- oder Klimaanlage
  • Klima- und Lüftungstechnik prüfen und bedarfsgerecht regeln

Durch eine Reihe von schnell umsetzbaren, organisatorischen Maßnahmen sowie durch die Einführung eines Energiecontrollings lassen sich langfristig gute Erfolge bei der Reduzierung des Energieeinsatzes, bspw. anhand energetischer Kennzahlen, realisieren.

  • Energieverträge regelmäßig prüfen; ggf. sind Sonderkonditionen über Innungsverbände u. a. möglich
  • Energieberatung durch externe Fachleute nutzen
  • Mitarbeiter zum sparsamen Umgang mit Energie sensibilisieren, motivieren und schulen

Mit dem E-Tool, einer kostenlos nutzbaren Plattform zur Ermittlung von Energieund Kosteneinspar-potentialen, steht den Betrieben ein umfangreiches aber einfach zu handhabendes Werkzeug zur Verfügung. Nach Eingabe weniger Verbrauchsdaten können Sie ermitteln, wie Ihr Betrieb im Vergleich zu anderen Unternehmen in Ihrem Gewerk im Bereich Energie- und Kosteneffizienz aufgestellt ist.

Probieren Sie es aus!

www.e-tool.de

Grafik zu Betriebsvergleich im Friseurhandwerk
© MIE

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