Bäckerei

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Ein gutes Brot tut auch Gutes

In der Welt des Backens liegt nicht nur die Kunst köstliche Leckereien zu zaubern, sondern auch die Verantwortung unsere Ressourcen nachhaltig zu nutzen. 

Die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen bietet die Gelegenheit, die eigene Bäckerei zu modernisieren und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Ein bewusster Umgang mit Energie trägt nicht nur zur Umweltfreundlichkeit bei, sondern senkt auch Betriebskosten und stärkt dabei die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Bäckerei.

Zu Beginn steht immer die Analyse des eigenen Energieverbrauchs, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Bereits einfache Maßnahmen wie der Austausch von ineffizienten Beleuchtungssystemen gegen moderne LED-Lampen oder der Einsatz moderner Geräte bewirken signifikante Einsparungen und steigern die Effizienz in der Produktion.
Energieeffizienz in der Bäckerei bedeutet nicht Verzicht, sondern intelligente Optimierung. Sie eröffnet neue Chancen, um die Bäckerei auf innovativen Wegen zukunftsfähig zu gestalten. Zeigen Sie Ihren Kunden, dass Sie nicht nur für exzellente Backwaren stehen, sondern auch für verantwortungsbewusstes Handeln.

Einblick

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FAQ

Backen und Energie sparen


Auf Grundlage von Praxiserfahrungen können bei einzelnen Technologien/Verbrauchern folgende Einsparpotenziale abgeleitet werden. Dabei ist im folgenden Diagramm der max. Anteil am Gesamtenergieverbrauch in der Bäckerei dargestellt, dementsprechend ergeben alle Verbräuche mehr als 100%.

Quelle: GICON – Großmann Ingenieur Consult GmbH

Mehr als die Hälfte des gesamten Energieeinsatzes einer Bäckerei entfällt auf die Backöfen. Dementsprechend groß ist hier das Einsparpotential. Insbesondere bei der Neuanschaffung von Backöfen sollte auf die neueste und energiesparendste Technologie geachtet werden. Neben der grundsätzlichen Entscheidung für eine Ofenart wie z.B. Etagen- oder Stikkenofen, hat insbesondere die Festlegung des Energieträgers, wie z.B. Gas oder Strom, entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Energiekosten.

Einsparpotenzial 15–30 %

  • Ausrüstung mit Stufenbrenner, Herdtürendämmung und Herdgruppensteuerung bei Neuanschaffung von Backöfen
  • Wärmerückgewinnung aus Schwaden und/oder Abgasen für Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung, dabei unterschiedliche Temperaturniveaus berücksichtigen
  • Verbesserung Backflächenauslastung durch Optimierung des Produktionsprozesses
  • Optimierung der Ofeneinschaltzeiten und Abschalten nicht mehr benötigter Backflächen
  • Nachrüsten einer Abgasklappe im Kamin zur Vermeidung des Auskühlens während Stillstandszeiten
  • Kontrolle und Reduzierung der Schwadenmenge auf das notwendige Maß

Der Energieverbrauch von Kälteanlagen ist relativ hoch, da sie jeden Tag durchgehend die gewünschte Temperatur bereitstellen müssen. Anfallende Abwärme kann u. a. für die Gebäudeheizung oder Warmwasseraufbereitung genutzt werden. In der Bäckerei werden, je nach Produktion und Größe des Unternehmens, Kühlgeräte, Kühltheken und Kühlzellen betrieben. Zu den Kühl- bzw. Tiefkühlzellen zählen auch Gärschränke, Gärunterbrecher oder Gärvollautomaten.

  • Nutzung moderner Gärsteuerungsverfahren mit Langzeitführung
  • Vermeidung von Tiefkühlphasen und Abkühlung mit möglichst kleinen Temperaturdifferenzen
  • Abwärmenutzung zu Warmwassererzeugung/Heizungsunterstützung
  • Kälteschutzvorhänge in Kühlräumen und an Kühltheken außerhalb der Öffnungszeiten
  • Auslastung der Kühlgeräte: bei mehreren Geräten Produkte nach Kühlanforderungen sortieren und Kühltemperatur prüfen und anpassen
  • regelmäßiges Abtauen und Reinigen der Kühlrippen

Im Bäckerhandwerk kommt eine Vielzahl an elektrischen Verbrauchern zum Einsatz, dazu gehören u. a. Kneter, Teigmixer, Brötchenpressen, Spülmaschinen. Durch technische und organisatorische Maßnahmen können sowohl in der Backstube als auch im Verkaufsraum bzw. den Filialen Einsparpotenziale erschlossen werden.

  • Anschaffung energeisparender Geräte: richtige Dimensionierung beachten
  • Geschirrspüler an Warmwasser anschließen
  • Bei Neuanschaffung Geräte mit interner Wärmerückgewinnung (Abluft oder Abwasser) einsetzen
  • Umstellung von elektrischen Warmwassererzeugung auf Gas oder Heizöl sowie Einbindung von Abwärme

In Bäckereien spielt die Art der Beleuchtung, die Beleuchtungsstärke und die Lichtfarbe eine entscheidende Rolle. Auch wenn die Beleuchtung nicht zu den größten Stromfressern in der Bäckerei gehört, lassen sich aufgrund der teilweise langen Einschaltdauer relativ einfache Einsparmöglichkeiten realisieren. Kommt es in der Backstube vor allem auf eine ausreichend helle Ausleuchtung an, steht in den Filialen insbesondere die ansprechende Präsentation der Backwaren im Vordergrund.

  • veraltete Beleuchtung durch effiziente LED-Technik ersetzen
  • Beleuchtung bedarfsorientiert ausrichten und ggf. zonieren sowie getrennt schalten
  • bei genügend Tageslicht Licht ausschalten
  • bedarfsgerechte Schaltung, bei wenig genutzen Räumen durch Präsenzmelder
  • Außenwerbung/Schaufenster mit Dämmerungs- und Zeitschalter ausstatten
  • regelmäßige Reinigung des gesamten Beleuchtungssystems

Besonders bei Bäckereien mit mehreren Filialen, die mitunter mehrmals am Tag mit Waren beliefert werden, ist die Mobilität ein Kostenfaktor. Neben der Auswahl des richtigen Fahrzeuges können Fahrverhalten und organisatorische Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs beitragen.

  • bei Neuanschaffung energiesparende Fahrzeuge wählen: ggf. alternative Antriebe
  • Optimierung der Routenplanung: Auswahl der Fahrzeuge abhängig von Auslastung des Laderaums, zu fahrender Entfernung und Lieferzeiten
  • regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks
  • Mitarbeiter zum spritsparenden Fahrverhalten anleiten und motivieren

Durch eine Reihe von schnell umsetzbaren, organisatorischen Maßnahmen sowie durch die Einführung eines Energiecontrollings, lassen sich langfristig gute Erfolge zur Verbesserung der betrieblichen Energieeffizienz erzielen.

  • Belegschaft zum sparsamen Umgang mit Energie sensibilisieren, motivieren und schulen
  • Einführung eines Lastemanagements, um Lastspitzen und damit Mehrkosten zu vermeiden
  • regelmäßiges Überprüfen und Optimieren der Wirkung von Einsparmaßnahmen
  • Energieverträge regelmäßig prüfen, ggf. sind Sonder-konditionen über Innungen u. a. möglich

Mit dem E-Tool, einer kostenlos nutzbaren Plattform zur Ermittlung von Energieund Kosteneinspar-potentialen, steht den Betrieben ein umfangreiches aber einfach zu handhabendes Werkzeug zur Verfügung. Nach Eingabe weniger Verbrauchsdaten können Sie ermitteln, wie Ihr Betrieb im Vergleich zu anderen Unternehmen in Ihrem Gewerk im Bereich Energie- und Kosteneffizienz aufgestellt ist.

Probieren Sie es aus!

www.e-tool.de

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