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LEITFADEN ENERGIEEFFIZIENZ IM HANDWERK


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Gewerke / Metall / Einführung

Die gemeinsame Basis für die drei unterschiedlichen Gewerke Metallbau, Feinwerkmechanik und Elektromaschinenbau bildet die Tatsache, dass in allen Betrieben mit mehr oder weniger ähnlichen Techniken und Verfahren der Metallverarbeitung Produkte und Halbzeuge hergestellt werden. Eisenmetalle spielen dabei traditionell eine Hauptrolle. Seit vielen Jahren gewinnen aber auch Nichteisenmetalle, Speziallegierungen und auch Kunststoffe zunehmend an Bedeutung. Neben der reinen Metallbearbeitung ist für viele Betriebe auch der Umgang mit elektrischen, pneumatischen und hydraulischen Steuerungen sowie die Einbindung und Verwendung von IT-Systemen inzwischen eine Selbstverständlichkeit geworden.

Die Unternehmen und Ihre Produkte sind dabei so vielfältig wie Ihre Kunden. Die Spannbreite reicht vom kunsthandwerklich tätigen Schmied bis hin zum Stahlbauer, der komplette Gewerbehallen errichtet, vom Zulieferer für die Automobil- und Luftfahrtindustrie bis hin zum international tätigen Spezialisten für komplexe Werkzeugmaschinen und Messtechnik oder für Tagebautechnik. Der jeweilige Maschinenpark der Unternehmen ist abhängig von der Produktpalette und den Kundenspezifikationen breit gefächert.

Dementsprechend schwanken die Energiekosten der Unternehmen stark. In der Literatur der Betriebsvergleiche [1] werden Energiekosten im Bereich von 0,6 bis 1,7 % des Jahresumsatzes genannt. Die Berichte, die im Rahmen des KfW-Energieeffizienzberatungsprogramms beim Zentrum für Umweltschutz der Handwerkskammer Hannover als Regionalpartner der KfW eingereicht wurden, weisen für Betriebe aus diesem Marktsegment Energiekosten in der Größenordnung von rund 1,5 % bis 3,0 % des Jahresumsatzes aus.

Auf den Strukturwandel der letzten Jahre haben die Betriebe entsprechend Ihrer Ausrichtung sehr unterschiedlich reagiert. Gerade die klassischen Zulieferer im B2B-Bereich haben auf den steigenden Kostendruck mit verstärkten Investitionen in automatisierte Fertigungsprozesse reagiert (Bild 1) [2].

Bild 1: Entwicklung des Jahresumsatzes (links) sowie des Umsatzes pro Person (rechts) von Betrieben in den Bereichen Feinwerkmechanik, Metallbau sowie Elektromaschinenbau


Umsatz pro Betrieb
Copyright: Ahlers


Umsatz pro Person
Copyright: Ahlers


Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung dauert in allen drei Gewerken üblicherweise dreieinhalb Jahre. Im Bereich Elektromaschinenbau (Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik) ist dabei keine Schwerpunktausbildung möglich. Im Bereich des Metallbaus kann die Ausbildung im Schwerpunkt Konstruktionstechnik, Metallgestaltung oder Nutzfahrzeugbau, im Bereich der Feinwerkmechanik im Schwerpunkt Maschinenbau, Feinmechanik, Werkzeugbau oder Zerspanungstechnik erfolgen. In der Praxis zeigt sich häufig, dass in den Betrieben Mitarbeiter aus allen Ausbildungsberufen im selben Produktions- bzw. Dienstleistungsbereich eingesetzt werden.

Die grundlegenden Tätigkeiten wie Konstruieren, Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Qualitätssicherung etc. sind bei der Ausbildung in den drei Gewerken Feinwerkmechaniker, Metallbauer und Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik relativ ähnlich. Die unterschiedlichen Schwerpunkte der Ausbildung und der praktischen Tätigkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle 1 zusammengestellt.

Tabelle 1: Schwerpunkte in der Ausbildung von Feinwerkmechanikern, Metallbauern sowie Elektronikern für Maschinen- und Antriebstechnik


Ausbildungsschwerpunkte
Copyright: Ahlers


Quellenverzeichnis

[1] Betriebsvergleiche: Landesgewerbeförderungsstelle des nordrheinfestfälischen Handwerks e.V.  – Betriebsvergleich Metallbauhandwerk 2013, Rationalisierungsgemeinschaft Handwerk S-H e.V. Feinwerkmechanik Betriebsvergleich 2012

[2] Zentralverband des Deutschen Handwerks – Handwerkszählungen der Jahre 2008 bis 2012

[3] Verordnung über die Berufsausbildung zum Feinmechaniker und zur Feinwerkmechanikerin vom 07. Juni 2010

[4] Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin vom 25. Juli 2008

[5] Verordnung über die Berufsausbildung zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik und zur Elektronikerin für Maschinen und Antriebstechnik vom 25. Juli 2008



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Zu der metallverarbeitenden Branche im Handwerk können, nach der Gliederung des Statistischen Bundesamtes [6], die zwei Wirtschaftszweige Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Herstellung von Metallerzeugnissen gezählt werden. Tabelle 2 gibt einen Überblick darüber, welche Gruppen zu diesen Wirtschaftszweigen gehören.

Tabelle 2: Gruppen innerhalb der Wirtschaftszweige Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Herstellung von Metallerzeugnissen (in Anlehnung an Statistisches Bundesamt [6])


Wirtschaftszweige und Gruppen
Copyright: TEWISS


Für den vorliegenden Leitfaden sind jedoch nicht alle Betriebe nach dieser Wirtschaftszweiggliederung relevant. Die Betrachtung beschränkt sich insoweit auf die Handwerksbetriebe folgender Wirtschaftszweig-Gruppen (die zugehörigen Gruppennummern der Wirtschaftszweige stehen in Klammern):


  • Gießereien (WZ 24.5),

  • Stahl- und Leichtmetallbau (WZ 25.1),

  • Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen, gewalzten Ringen und pulvermetallurgischen Erzeugnissen (WZ 25.5),

  • Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung; Mechanik (WZ 25.6),

  • Herstellung von Schneidwaren, Werkzeugen, Schlössern und Beschlägen aus unedlen Metallen (WZ 25.7) und

  • Herstellung von sonstigen Metallwaren (WZ 25.9).



Die Wirtschaftszweig-Gruppen unterscheiden sich darin, welche Fertigungsverfahren gemäß DIN 8580 [7] typischerweise zum Einsatz kommen. Dies liegt in dem jeweils unterschiedlichen, aber typischen Produkt- und Dienstleistungsportfolio der Handwerksbetriebe innerhalb der einzelnen Wirtschaftszweig-Gruppen begründet. Die jeweils zur Anwendung kommenden Fertigungsverfahren sind durch Kreuze in Tabelle 3 gekennzeichnet.

Tabelle 3: Fertigungsverfahren in den Wirtschaftszweigen der Metallverarbeitung nach [8]


Zuordnung der Verfahren
Copyright: TEWISS


Die Betriebe der Gewerke Metallbauer, Feinwerkmechaniker (Maschinenbaumechaniker, Werkzeugmacher, Dreher, Feinmechaniker) und Elektromaschinenbauer, welche zum Handwerk für den gewerblichen Bedarf zählen, werden zu der Gruppe des metallverarbeitenden Handwerks zusammengefasst [9; 10]. Für das Metallhandwerk sind dabei fünf Fachrichtungen von wesentlicher Bedeutung:


  • Leichtmetallbau

  • Stahlbau und Schlossereien

  • Maschinenbau

  • Werkzeugbau

  • Feinmechanik



Für jede dieser Fachrichtungen sind bestimmte Bearbeitungsverfahren, verarbeitete Werkstoffe und eingesetzte Prozess- und Hilfsstoffe typisch (Tabelle 4).

Tabelle 4: Produktionsmerkmale verschiedener Fachrichtungen des Metallhandwerks (in Anlehnung an [11])


Fertigungsverfahren
Copyright: TEWISS


Diese Aufstellung macht deutlich, dass innerhalb des Wirtschaftszweiges der Metallverarbeitung die Bandbreite an eingesetzten Prozessen und Anlagen äußerst groß ist. Somit kann nicht von einer homogenen Branchenstruktur gesprochen werden. Es lässt sich jedoch feststellen, dass zum typischen Maschinenpark der metallverarbeitenden Handwerksbetriebe vor allem umformende und spanende Werkzeugmaschinen gehören. Über die Art und Verwendung der Verfahren im Einzelnen kann dennoch keine allgemeingültige Aussage getroffen werden, da sie entsprechend der Produkte und der angebotenen betriebsspezifischen Dienstleistungen stark differieren.

Ausgehend von den in Tabelle 4 aufgeführten Fertigungsverfahren, werden im Folgenden für das Metallhandwerk relevante Verfahren näher erläutert. In Bild 2 ist ein für metallverarbeitende Handwerksbetriebe typischer Prozessablauf dargestellt. Beispielhaft sind Maschinen und Anlagen aufgezählt, die zur Fertigung eingesetzt werden.


Typischer Prozessablauf
Copyright: Tim Busse



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[1] Betriebsvergleiche: Landesgewerbeförderungsstelle des nordrheinfestfälischen Handwerks e.V. – Betriebsvergleich Metallbauhandwerk 2013, Rationalisierungsgemeinschaft Handwerk S-H e.V. Feinwerkmechanik Betriebsvergleich 2012

[2] Zentralverband des Deutschen Handwerks – Handwerkszählungen der Jahre 2008 bis 2012

[3] Verordnung über die Berufsausbildung zum Feinmechaniker und zur Feinwerkmechanikerin vom 07. Juni 2010

[4] Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin vom 25. Juli 2008

[5] Verordnung über die Berufsausbildung zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik und zur Elektronikerin für Maschinen und Antriebstechnik vom 25. Juli 2008

[6] Statistisches Bundesamt: Gliederung der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008). Online verfügbar unter https://www.destatis.de/DE/ Methoden/Klassifikationen/GueterWirtschaftklassifikationen/klassifikationenwz2008.pdf?__blob=publicationFile, zuletzt geprüft am 29.08.2014

[7] N. N.: DIN 8580 Fertigungsverfahren: Begriffe, Einteilung, Ausgabe 09/2003, Verein Deutscher Ingenieure e. V.; 2009

[8] Daun, T.; Schön, R.; Pasquale, U.; Hagelstange, R.; Alt, H.-J.: Rationelle Energienutzung in der Metallindustrie. Leitfaden zur Kostensenkung in Unternehmen. Vieweg-Verlag, Braunschweig, 2003

[9] N. N.: Unternehmen, tätige Personen und Umsatz im Handwerk. Statistisches Bundesamt, 2009, Online verfügbar unterhttps://www.destatis.de/DE/ Publikationen/ Thematisch/UnternehmenHandwerk/Handwerkszaehlung/UnternehmenPersonenUmsatz.html, zuletzt geprüft am 29.08.2014

[10] N. N.: Energieeinsparungen im Handwerk. Ergebnisse einer Umfrage bei Handwerksunternehmen im 3. Quartal 2008. Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), 2008, Online verfügbar unter http://www.zdh.de/themen/wirtschaft-energie-umwelt/konjunktur-umfragen/sonderumfragen/ energieeinsparungen-im-handwerk.html, zuletzt geprüft am 28.08.14

[11] N. N.: Betrieblicher Umweltschutz Baden-Württemberg: Metallbearbeitung, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, 2014, Online verfügbar unter http://www.umweltschutz-bw.de/?lvl=18&timme=&oid=4187, zuletzt geprüft am 29.08.2014

 

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