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Gewerke / KFZ / Einführung

Im Jahre 2012 gab es in Deutschland insgesamt 54022 Betriebe im Kfz-Gewerbe, die den klassischen Kfz-Werkstätten zugerechnet werden können (siehe Tabelle).[1]

Das Leistungsspektrum eines Betriebs im Kfz-Gewerbe reicht von der einfachen Kauf- und Reparaturberatung, über handwerkliche Servicedienstleistungen wie Inspektionen, Reparatur, Reinigung und Pflege des Kraftfahrzeugs bis hin zum Handel von Neu- oder Gebrauchtwagen.

Die Anzahl der Kfz-Betriebe ist in den vergangenen Jahren langsam, aber stetig gestiegen. Dennoch ist das Kfz-Gewerk – wie alle anderen Gewerke auch – einem steten Strukturwandel unterworfen. So ist  - zumindest auf den Zeitraum von 2009 bis 2014 bezogen - eine langsame, aber stetige Abnahme an Auszubildenden in diesem Gewerke festzustellen (siehe Tabelle).[2]


Entwicklung des Kfz-Gewerkes
Copyright: Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH, Saarbrücken


Markengebundene/Freie Kfz-Werkstatt

Automarkengebundene Betriebe sind auf dem Rückzug. Deren Zahl hat sich nach Angaben des ZDK 2004–2011 von 20.120 auf 17.600 verringert.[3] Eine Verlagerung der Zahlen zugunsten der freien Werkstätten hat sich vor allem durch die Reduzierung der Vertragswerkstätten der Marken ergeben, da die meisten Marken ihr Vertriebsnetz verkleinert haben. Viele Vertragswerkstätten sind Teil eines Autohauses, das den Verkauf der Markenautos betreibt. In diesem Segment sind immer größere Einheiten festzustellen, während die freien Werkstätten in der Regel kleinere Einheiten darstellen, die inhabergeführt und regional fest verwurzelt sind. Darüber hinaus sind viele freie Werkstätten an sogenannten Werkstattsystemen angeschlossen. Hiervon versprechen sich die Unternehmen die nötige Unterstützung im Bereich des technischen Knowhows und der Ersatzteilversorgung, um mit den immer schnelleren Entwicklungssprüngen im Kfz-Bereich Schritt halten zu können. Die markengebundenen Werkstätten erhalten diese Unterstützung entsprechend von Ihrer Hauptmarke und somit Hauptlieferanten.

Der Gesamtumsatz im deutschen Kfz-Gewerbe lag 2013 laut dem ZDK bei 138.586,84 Mio. Euro. Hiervon entfielen 22,32% auf den Bereich Service, 37,54 % auf den Bereich Neuwagenhandel, 22,82% auf den Bereich Gebrauchtwagen über Markenhandel, 10,45% auf den Bereich Gebrauchtwagen über Gebrauchtwagenhändler, 4,4% auf den Bereich Neuwagenhandel Lkw und 2,47% auf den Bereich Gebrauchtwagenhandel Lkw.[4]

Der Service nimmt hier den geringsten Anteil am Umsatz ein. Gleichzeitig ist dies aber auch der Bereich, der den höchsten Anteil an Arbeits- und Personaleinsatz beinhaltet und folglich dort die eigentlichen Gewinnmargen der Unternehmen erzielt werden. Der Handel mit Fahrzeugen hat in der Regel geringere Gewinnmargen, schafft aber für die Betriebe die Möglichkeit, die Kunden durch den Verkauf an Ihre Serviceleistung zu binden.


Umsatzverteilung Kfz-Betrieb
Copyright: Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH, Saarbrücken


Unterschiedliche Betriebsstrukturen

Neben der Aufteilung der KFZ-Werkstätten in Markengebundene und freie Werkstätten wird auch im Hinblick auf die besonderen Energieverbraucher, Werkstätten in ihrer unterschiedlichen Ausstattung unterschieden:


  • reine KFZ-Werkstatt

  • KFZ-Werkstatt mit Lackierbetrieb

  • KFZ-Werkstatt mit Waschanlage

  • KFZ-Werkstatt mit Lackierbetrieb und Waschanlage



Die eigene Datenerhebung aus zahlreichen Kfz-Betrieben im Raum Saarland im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz hat ergeben, dass Dreiviertel der hier betrachteten Betriebe dem Segment der reinen Werkstatt zugeordnet werden konnten.[5]


Betriebsstrukturen im Saarland
Copyright: Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH, Saarbrücken


Betriebsstrukturen im Saarland
Copyright: Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum GmbH, Saarbrücken


[1] = Statistisches Bundesamt; Fachserie 4 Reihe 7.2, Berichtsjahre 2009 – 2012
[2] = Zentralverband des Deutschen Handwerks: www.zdh-statistik.de, Betriebszahlenstatistik
[3] = DAT-Report 2012; „kfz-betrieb-Dossier“, Seite 32; Hrsg. Vogel Business Media GmbH & Co. KG, Würzburg (April 2012)
[4] = Internet-Quelle: http://www.autohaus.de/fm/3478/Kfz-Gewerbe_2013_in_Deutschland.pdf (Stand 18.02.2014)
[5] = Saar-Lor-Lux Umweltzentrum GmbH, Saarbrücken: Auswertung der Betriebsbesuche im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz

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Im Kfz-Gewerbe spielen  Produktionsprozesse bezogen auf den Energieverbrauch eher eine geringere Rolle. Je nach Ausrüstung des entsprechenden Betriebs gibt es dennoch intensiven Energieeinsatz in Lackierkabinen bei Werkstätten mit angeschlossenem Lackierbetrieb oder bei Werkstätten mit Waschanlagen.

Lackierkabinen

Ein Lackierprozess kann in der Regel in 3 große Arbeitsschritte[1]  unterteilt werden:

1. Die Vorbehandlung des zu lackierenden Materials am Vorbereitungsplatz

2. Der Auftrag des Lacks auf das vorbehandelte Material in der Lackierkabine

3. Lacktrocknung und Finishing im Trockenbereich

Beim Lackierprozess kommt Energie auf vielfältige Weise zum Einsatz. Zum einen wird Wärmeenergie benötigt, um Mindesttemperaturen, die für den kompletten Lackierungsprozess benötigt werden, zu gewährleisten. Zum anderen wird elektrische Energie für die Ventilation, die Trocknung des Lacks und für die Druckluftbereitstellung benötigt.

Waschanlagen

Man unterscheidet bei den Kfz-Waschanlagen in erster Linie zwischen Waschstraßen und Portalanlagen. Während bei der Straße das Fahrzeug aktiv durch die einzelnen Segmente bewegt wird und in den einzelnen Segmenten nur ganz bestimmte Arbeitsprozesse durchgeführt werden, arbeitet eine Portalanlage anders. Hier bleibt das Fahrzeug während des gesamten Reinigungsprozesses an einem Ort stehen, während die Portalanlage sich selbst um das Fahrzeug bewegt und alle Arbeitsschritte zeitlich aufeinander abgestimmt ausführen kann.


Portalwaschanlage
Copyright: Ammer Systemtechnik GmbH (www.ammer-st.de)


Waschstraße
Copyright: Kattners Freie Tankstellen GmbH (www.tankstelle-kattner.de)


Die Arbeitsschritte einer Waschanlage lassen sich grob in 3 Kategorien unterteilen:

1. Vorbehandlung / Vorreinigung

2. Reinigung und Pflege

3. Trocknung und Wachsen

Hauptsächlich wird elektrische Energie für den Einsatz der Maschinen, und ggf. Wärme im Falle von Warmwassereinsatz beim Waschen des Fahrzeugs benötigt.

Weit verbreitet, aber hier nicht separat betrachtet, sind die vielfältigen Arten der manuellen Kfz-Pflege. Hierfür wird meist Warmwasser in Verbindung mit einem Hochdrucksystem sowie Reinigungswerkzeugen und –mitteln eingesetzt. Abschließend wird der Lack des Fahrzeugs analog zu den Waschanlagen mittels Politurmittel und Utensilien gewachst und versiegelt.


Schematische Darstellung einer Waschstraße mit den Reinigungsschritten
Copyright: Washtec AG (www.washtec.de)


Reparaturwerkstatt

Die Reparaturwerkstatt stellt in der Regel das Herzstück der Kfz-Betriebe dar, in der unabhängig von der Ausrichtung der Kfz-Betriebe stets die meisten Arbeitsabläufe zu finden sind und die Mitarbeiter sich größtenteils in Ihrer Arbeitszeit aufhalten.

Neben der eigentlichen Werkstatt mit angegliedertem Lager, gibt es in der Regel noch Verwaltungs- bzw. Empfangsräume. Dort werden die Aufträge der Kunden entgegen genommen und bearbeitet. Diese Büroräume beinhalten in der Regel Computer und die entsprechende Beleuchtung als „Werkzeug“ oder Hilfsmittel.

[1] = Internet-Quelle: Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg, Infoplattform des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft http://www.bubw.de/index.php?lvl=3842  (Stand 12/2014)


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